1. Das Bewerbungsschreiben
Das Bewerbungsschreiben ist das Herzstück Ihrer Bewerbung.
Denken Sie daran, dass der Personalverantwortliche Sie nicht kennt. Ihre Bewerbung ist die einzige Möglichkeit sein Interesse zu wecken. Gehen Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben besonders auf die ausgeschriebene Position ein und legen kurz und präzise dar, warum gerade Sie auf Grund Ihrer Erfahrung der richtige Kandidat sind.
Schreiben Sie für jede Bewerbung ein neues auf die Position abgestimmtes Bewerbungsschreiben.
Ihre Bewerbungsmappe muss ansprechend sein, d.h. sauber und richtig strukturiert.
Legen sie sich parallel dazu eine elektronische Bewerbungsmappe an, da viele Firmen nur noch elektronische Bewerbungen akzeptieren.
- Anschreiben
- Deckblatt mit Portraitfoto
- Tabellarischer Lebenslauf
- Zeugnisse
- Bescheinigungen/Zertifikate
2. Wie der Lebenslauf strukturiert werden sollte:
Sind die Angaben zu Ihrer Person richtig und vollständig?
Ist Ihr Lebenslauf richtig und gut übersichtlich gegliedert? Die Unterteilung sollte wie folgt gegliedert sein:
- Schulbildung
- Wehrdienst
- Berufsausbildung
- Studium
- Praktika
- Berufspraxis
- Besondere Kenntnisse
- EDV-Kenntnisse
- Fremdsprachen
- Weiterbildung
- Hobbys
Ist Ihr Lebenslauf logisch aufgebaut?
Ist Ihr Bewerbungsfoto auf dem neuesten Stand?
Sind die wesentlichen Lebens-, Ausbildungs- und Berufsabschnitte dargestellt?
Sind die Berufsabschnitte kurz und prägnant beschrieben?
Ist die letzte Position etwas ausführlicher dargestellt?
Sind Ihre Studienkenntnisse und Ihre Berufserfahrung gezielt auf die ausgeschriebene Position abgestellt?
Gewichten Sie Ihre Kenntnisse auf die angestrebte Position!
Ist Ihr Lebenslauf lückenlos?
Sind spezielle Weiterbildungsmaßnahmen und Erfahrungen erwähnt?
Stimmen die Daten mit den beigefügten Unterlagen überein?
Haben Sie alle vorangegangenen Arbeitsverhältnisse mit Zeugnissen belegt?
3. Speziell für Berufseinsteiger
·Belegen Sie die Zeit vom Studienende bis zum Berufseinstieg mit einer sinnvollen Tätigkeit.
·Führen Sie kurz und prägnant Ihre Praktikumtätigkeiten aus.
·Heben Sie Ihre Studienfächer hervor, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind.
·Nennen Sie ihre Hobbys und andere Engagements (im sozialen Sektor oder sportlichen Bereich etc.)
4. Worauf Sie sonst noch zu achten haben
Gestalten Sie Ihren Lebenslauf leserfreundlich! Nicht mehr als 30 Zeilen pro Seite in angemessener Schriftgröße (Minimum 12).
Der Lebenslauf sollte nicht länger als 2 Seiten sein.
Packen Sie nicht zu viele Informationen in Ihren Lebenslauf (gliedern Sie ausführliche Beschreibungen Ihrer vorangegangenen Stellen auf Extra-Seiten mit dem Titel Leistungsprofil).
Achten Sie darauf, dass Sie das neueste Foto beifügen. Herren möglichst in Anzug und Krawatte, Damen im Kostüm.
Die enorme Bedeutung des Foto/Portraitfoto- Investition lohnt sich
Der erste Eindruck ist schon die halbe Miete. Sie sollten möglichst auf dem Foto und bei der Vorstellung weder einen Bart, noch Ohrringe, noch Armkettchen tragen.
Erscheinen Sie zum Vorstellungsgespräch möglichst so, wie Sie sich auf dem Foto präsentieren.
Schicken Sie bei der Bewerbung noch keine Referenzen mit. Das hat Zeit bis Sie ein Vorstellungsgespräch wahrnehmen.
Bei zunehmender Berufspraxis werden die Hobbys und privaten Aktivitäten als weniger wichtig betrachtet.
Besonders gefährliche und zeitaufwendige Hobbys sollten Sie nur auf gezielte Nachfrage erwähnen. Ideal sind Ihre Hobbys, wenn Sie mit dem Job in Verbindung stehen. Gut machen sich auch Sprachkurse.
Achten Sie darauf, dass Ihr Lebenslauf sowohl in Rechtschreibung als auch in Interpunktion fehlerfrei ist.
Vermeiden Sie auf jeden Fall Ihren Lebenslauf in Fließtext zu schreiben.
Achten Sie darauf, dass Sie für Zeiten der Arbeitslosigkeit freiberufliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten vorweisen können.
Das Vorstellungsgespräch
5. Fragen und versteckte Signale
Haben Sie die Einladung für ein Gespräch bekommen, ist die größte Hürde im Bewerbungsmarathon überwunden. Der Ansprechpartner hat sie aus vielen Kandidaten herausgefiltert und will Sie nun kennen lernen.
6. Tipps bzgl. Ihrer Vorstellung
Bei jedem Vorstellungsgespräch entscheidet der erste Eindruck, ob der Gegenüber Sympathie oder Antipathie entwickelt. Ob sie die Stelle wirklich bekommen oder nicht, hat also viel damit zu tun, ob die Chemie stimmt. Personalexperten empfehlen einen einfachen Trick: Nehmen Sie eine Sitzposition ein, die der Ihres Gesprächpartners entspricht. Gesprächspartner, die sich sympathisch sind, nehmen oft dieselbe gespiegelte Körperhaltung ein. Kommt Ihnen das fremd vor, probieren Sie es trotzdem. Es schützt Sie davor, verschüchtert auf Ihrem Stuhl zu sitzen, breitbeinig den Weltmann zu markieren oder vor lauter Nervosität mit den Füßen zu scharren. Entscheidend für den Erfolg eines Vorstellungsgespräches ist ganz sicher eine sehr gute Vorbereitung. Üben Sie das Vorstellungsgespräch mehrmals vor dem Spiegel und/ oder mit Ihrem Partner. Das gibt Ihnen Sicherheit und bewahrt sie davor, in die schlimmsten Fallen zu tappen.
7. Gesammelte Vorabinformationen sind wichtig
Verschaffen Sie sich im Vorfeld alle wichtigen Informationen über Produkte, Aktivitäten, Erfolge und Unternehmenskultur/ -philosophie des zukünftigen Arbeitgebers. Die meisten Unternehmen präsentieren sich im Internet. Achten Sie besonders auf aktuelle Probleme und Projekte des Wunscharbeitgebers, auf die sie im Gespräch vielleicht eingehen können.
8. Fragen und Antworten
Prüfen Sie Ihre Unterlagen noch einmal ganz genau und überlegen Sie, an welchen Stellen der künftige Chef eventuell mehr wissen will. Bereiten Sie sorgfältig Antworten vor. Wenn Sie ein Hobby nennen, ist anzunehmen, dass er Sie nach ganz bestimmten Dingen zu diesem Hobby fragt. Erzählen Sie etwas über sich. Schildern Sie kurz und knapp, was Sie bereits im Lebenslauf geschrieben haben. Gehen Sie etwas näher auf Ihre Berufspraxis, speziell Ihre letzte Position ein. Heben Sie hervor, was Sie für die ausgeschriebene Stelle besonders qualifiziert. "Kennen Sie unser Unternehmen?" Hier können Sie mit dem Wissen glänzen, welches Sie sich über das Internet oder andere Medien beschafft haben. "Warum sollen wir gerade Sie einstellen?" Hier können Sie auf Ihre berufliche Erfahrung und beruflichen Erfolge verweisen, die Sie für diese Position qualifizieren. "Was erscheint Ihnen an dieser Stelle besonders positiv?" Bereiten Sie mehrere positive Antworten vor, die das Anforderungsprofil für diese Position betreffen.
9. Selbstbewusstsein/ Anspruchsdenken
Machen Sie sich klar, warum Sie gut und dementsprechend die erste Wahl für die ausgeschriebene Position sind. Treten Sie selbstbewusst auf ohne dabei arrogant zu wirken. Vergleichen Sie das Anforderungsprofil mit ihrem Qualifikationsprofil. Verhalten Sie sich ruhig, damit Sie nicht nervös und aggressiv wirken.
10. Äußerliches Erscheinungsbild (Kleidung)
Erscheinen Sie zum Vorstellungsgespräch in einem gepflegten Anzug mit geschlossenem Oberhemd und Krawatte. Damen sollten möglichst in einem dezentem Kostüm erscheinen. Sehr lange Haare, Bart, Ohrringe, Kettchen bei Männern kommen bei den meisten Personalchefs nicht gut an, ebenso wenig wie dick aufgetragene Schminke, auffälliger Schmuck und aufdringliches Parfum bei Bewerberinnen.
11. Pünktlichkeit
Pünktlichkeit beim Vorstellungstermin ist oberstes Gebot. Wer zu spät kommt, ist meistens schon vorab aus dem Rennen. Machen Sie sich deshalb vorher mit dem Anfahrtsweg vertraut. Sie sollten Ihren Gesprächspartner aber auch nicht schon eine Stunde vor dem vereinbarten Termin überraschen, mehr als zehn Minuten früher sollten Sie nicht erscheinen.
12. Psychologischer Faktor "erster Eindruck"
Viele Psychologen sind davon überzeugt, dass sich in den ersten zehn Sekunden einer Begegnung entscheidet, ob der Gesprächspartner als passend oder nicht passend empfunden wird. Der erste Eindruck ist im Nachhinein schwer zu revidieren. Seien Sie freundlich und schauen Sie Ihrem Gegenüber offen in die Augen. Lächeln Sie und warten Sie ab, bis der Interviewer Ihnen die Hand reicht, drücken Sie diese fest, ohne zu übertreiben. Rücken Sie Ihrem Gesprächspartner nicht zu dicht auf die Pelle, das könnte Aggressionen hervorrufen.
13. Reaktionen
Den weiteren Dialog bestimmt Ihr Gesprächspartner. Besonders auf zu erwartende schwierige Fragen, etwa Lücken im Lebenslauf, sollten Sie sich vorher eine gute Antwort zurechtlegen. Bleiben Sie dabei glaubwürdig und lügen Sie nicht.
Vorsicht: Viele Unternehmen holen sich Referenzen bei Ihrem letzten Arbeitgeber ein.
14. Eigeninteresse durch Fragen bekunden
Gute Personalentscheider führen strukturierte Bewerbungsgespräche und wollen präzise und ehrliche Antworten. Mit guten Fragen können Sie punkten. Sie dürfen und sollen Fragen stellen, die für Ihre Entscheidungsfindung von Bedeutung sind. Erkundigen Sie sich möglichst nicht als Erstes nach Urlaub, Urlaubsgeld und oder Arbeitszeit. Fragen Sie z. B. nach der genauen Stellenbeschreibung, Kollegenteam, Unternehmensstruktur, Unternehmensstrategien, Entwicklungsmöglichkeiten. Erstellen Sie eine Liste von Fragen schon vor dem Vorstellungsgespräch, denn Fragen schriftlich mitzubringen wirkt professionell.
15. Dokumentation der Motivation
Ihr zukünftiger Arbeitgeber wünscht sich, dass seine Stelle Ihre erste Wahl ist. Erklären Sie deshalb, warum Sie dieses Unternehmen so interessant finden, warum Sie gerade dort Ihre beruflichen Ziele besonders gut verfolgen können. Erklären Sie, warum gerade Sie die Firma oder die Abteilung nach vorne bringen können.
16. Ziele/ Visionen haben
Wo wollen Sie mittelfristig stehen? Diese Frage gehört zur Standardfrage der Personalchefs. Es soll festgestellt werden, ob Sie Perspektiven für sich selbst haben und ob sich diese mit den Vorstellungen des Unternehmens decken. Eine längerfristige Planung ist in verantwortlichen Positionen unerlässlich.
17. Stärken und Schwächen
Auch eine beliebte Frage: Welches sind Ihre besonderen Stärken, wo sehen Sie Ihre Schwächen? Hinreichend bekannt ist der Trick, Schwächen zu nennen, die auch als Stärken interpretiert werden können: Ungeduld etwa oder Perfektionismus. Langweilen Sie den Personaler nicht mit irgendwelchen Standardphrasen.
18. Teamfähigkeit
Häufig werden Bewerber danach gefragt, wie sie mit den Ex-Kollegen und Vorgesetzten zurechtkamen. Sprechen Sie nie negativ von Ihrem letzten Arbeitgeber oder von Ihrem Vorgesetzten, das wirft immer ein schlechtes Licht auf Sie. Nennen Sie möglichst objektiv positive sowie negative Aspekte Ihrer alten Arbeitsstelle: etwa mangelnde Fortbildungs- oder fehlende Aufstiegsmöglichkeiten. Das sind gute Gründe, eine Arbeitsstelle zu verlassen. Versäumen Sie aber nicht, auch etwas Positives zu erwähnen: das gute Betriebsklima zum Beispiel.
19. Fragen, die keine Antwort erfordern
Oft werden Ihnen unerlaubte Fragen gestellt mit dem Zweck Sie zu verunsichern. Man will von Ihnen wissen, ob Sie homosexuell oder schwanger sind? Dann fragen Sie einfach zurück, ob das Voraussetzung für die ausgeschriebene Stelle sei. Stressinterviews zeugen meistens von einer unangenehmen Unternehmenskultur.
Unzulässige Fragen richten sich z.B. auf:
Vermögensverhältnisse
Schwangerschaft
Religionszugehörigkeit
Parteizugehörigkeit
Kinderwunsch
Heirat
Gewerkschaftszugehörigkeit
20. Gehaltswunsch
Sehr viele Bewerber werfen sich auf Grund zu hoher Gehaltsforderungen vorzeitig selbst aus dem Rennen. Erkundigen Sie sich im Vorfeld über die branchenüblichen Gehälter für die von Ihnen gewünschte Position. Bietet man Ihnen etwas weniger, können Sie in Verhandlungen treten. Machen Sie die Differenz lieber zum Thema des ersten Gehaltsgespräches mit ihrem Chef, wenn Sie eingestellt worden sind.